„Nobody ist perfect.“ und „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Wer kennt sie nicht, die Aussprüche, die beschreiben, dass wir Neues erst lernen müssen und Fehler machen dazu gehört. Wir können uns jedoch so manchen Fehler ersparen, sind wir bereit, aus der Erfahrung anderer Menschen zu lernen. Hier kommen deshalb von uns 6 Tipps, die helfen, typische Anfängerfehler bei der Katzenhaltung zu vermeiden.

1. Katzen sind nicht nur Haustiere, sondern Lebewesen wie wir

Wer sich entscheidet, eine Katze bei sich wohnen zu lassen, sollte sich bewusst machen, dass er sich nicht nur ein süßes Fellknäuel nach Hause holt. So sehr uns Tierbabys auch immer wieder in Verzückung versetzen, sind sie weit mehr als nur nett anzuschauen. Sie sind Lebewesen mit Persönlichkeiten und Bedürfnissen.

Sie bereiten nicht nur Freude, sondern machen auch Arbeit. Vor allem nehmen sie Zeit in Anspruch. Auch Katzen, die ja gern als Eigenbrödler oder Haustiere mit begrenztem Bezug zu ihren „Dosenöffnern“ dargestellt werden, brauchen viel Aufmerksamkeit. Es benötigt viel Beobachtungsgabe und Geduld, die Besonderheiten des neuen Mitbewohners zu ergründen, zu verstehen und bestmöglichst darauf einzugehen.

2. Hohe Erwartungen und Ungeduld

So schnell wir uns an den neuen Mitbewohner auch gewöhnen, Katzen brauchen Zeit dafür. Es dauert, bis sie sich an das neue Zuhause, die neue Umgebung, an neue Menschen und unsere Eigenheiten und Anforderungen an sie gewöhnt haben.

Es ist wichtig, viel Geduld aufzubringen, vor allem bei den Dingen, die die Katzen unbedingt lernen sollen. Sei es die Benutzung vom Katzenklo, das Fernbleiben von Möbeln oder das Begreifen, dass der einzige Futterplatz für sie ihr Napf und nicht der Esstisch ist. Seid konsequent, aber auch behutsam im Umgang mit den Vierbeinern. Macht keine Ausnahmen und bezieht alle Menschen Eures engeren Umfeldes in die Erziehung Eurer Katze mit ein. Das erleichtert allen Beteiligten das Verstehen und den Umgang miteinander.

3. Spielen und Kuscheln auf Befehl

Katzen sind keine Kuscheltiere! Sie sind weder ein Spielzeug, noch ein Partnerersatz und verpflichtet, genau dann zur Verfügung zu stehen, wenn wir es wollen oder brauchen. Oft neigen wir dazu, unsere Fellnasen zu vermenschlichen. Ob bei der Haltung, Ernährung oder im Umgang mit ihnen schleichen sich sehr schnell Verhaltensweisen ein, die dem Tier, seiner Gesundheit bzw. unserer Beziehung zu ihm selten förderlich sind.

Achtet darauf, dass Ihr bei aller Liebe dem Tier Freiraum gebt. Akzeptiert Rückzugszeiten und Unwilligkeiten bzgl. Kuscheln, Spielen oder dem Erlernen irgendwelcher Kunststücke. Unserer Erfahrung nach stellen sich Katzen am besten auf ihre Besitzer ein, wenn sie völlig ungezwungen spielen und kuscheln dürfen. Gibt man ihnen diese Möglichkeit, werden sie oft zu sehr treuen Gefährten, die von selbst spüren, wann wir ihre heilsame Wärme und Liebe brauchen.

4. Katzen haben ihre ganz eigene Sprache

Wer sich für das Zusammenleben mit einer Katze entscheidet, weiß oftmals, dass diese Tiere ihren eigenen Kopf haben. Anders als bei Hunden lassen sich Katzen nur schwer mit Befehlen kommandieren. Es lässt sich jedoch oft beobachten, dass sanfte, ruhige und konsequente Ansprache vergleichbare Effekte bei Katzen erzielen kann. Sie verstehen uns auf ihre eigene Art und Weise. Gewöhnt Euch deshalb an, in möglichst gleicher Wortwahl, Körpersprache und Intonation Dinge zu kommunizieren, die Euch wichtig sind.

Ebenfalls ist wichtig, zu verstehen, dass manches Verhalten für das Tier natürlich ist. Keine Katze wird ein tolles Ledersofa so wertschätzen, wie sein Besitzer. Sorgt einfach für Alternativen zu den Bedürfnissen Eurer Vierbeiner und Euren Befindlichkeiten. Im Falle des Ledersofas wäre das ein Kratzelement. In jedem Fall gilt auch hier, dass mit Geduld und Behutsamkeit mehr zu erreichen ist.

5. Schau mir in die Augen, Kleines

Ist die Katze eingezogen, freut sich der Mensch und kann seine Blicke kaum vom ach so süßen und hübschen Felltier lassen. Doch Obacht! Im Tierreich wird oftmals anders kommuniziert, als uns Menschen klar ist.

Das Anstarren seines Gegenübers gilt bei Katzen als Bedrohung und führt nicht selten zu aggressivem Abwehrverhalten. Seid also nicht überrascht oder böse, sollte Eure Katze ein völlig anderes Verhalten an den Tag legen, als Ihr es erhofft oder erwartet hattet. Reflektiert solche Situationen genau, vor allem, wenn sie öfter vorkommen sollten. Eventuell wird eine liebgemeinte Geste von Euch als Angriff verstanden. Oder Ihr seid unachtsam und habt eine Situation falsch eingeschätzt. Alles nicht schlimm. Nicht nur die Katze braucht Zeit, um sich an Euch zu gewöhnen. Gesteht Euch ebenfalls Zeit zu, Euer Tier verstehen zu lernen.

6. Unzureichende Vorbereitung

In den meisten Fällen ist die Anschaffung eines Haustieres eine geplante Angelegenheit. Dabei ist es nicht nur wichtig zu entscheiden, was für eine Katze und woher sie geholt wird. Wichtig sind auch Anschaffungen wie hochwertiges Futter, passende Futternäpfe und eine gute Katzentoilette nebst Streu.

Findet heraus, welcher Tierarzt in Eurer Umgebung sich in Zukunft um Euren Vierbeiner kümmern soll und ob vielleicht eine Katzenversicherung Sinn macht. Darüber solltet Ihr auf alle Fälle nachdenken, wenn Ihr eine Katze aus dem Tierheim holt, bei denen oft leider die Vorgeschichte und evtl. Krankheiten nicht bekannt sind.

Bei allen Überlegungen, Vorbereitungen und anfänglichen Herausforderungen gilt wie so oft: mit Konsequenz, Geduld und viel Liebe wurde schon so mancher wilde Stubentiger lammfromm. Am besten, er tut es freiwillig. Gebt Euren Katzen und Euch selbst viel Zeit, Euch aneinander zu gewöhnen und einander kennen zu lernen.