Katzen sind Raubtiere. Das bedeutet, sie schlafen zwischen 15 bis 20 Stunden am Tag und brauchen in der restlichen Zeit des Tages viel Beschäftigung. Finden sie die nicht, kann das schnell zu Trotzverhalten, psychischem Stress und einem unharmonischen Miteinander führen. Besonders betroffen sind unsere Stubentiger. Deshalb hier ein paar Anzeichen, die auf eine unterforderte Katze hinweisen und ein paar Tipps, sie sinnvoll und ausreichend zu beschäftigen.

Kompensation durch Fressen

Unsere Katzen sind uns in manchen Dingen sehr ähnlich. So neigen auch sie dazu, Langeweile mit Futteraufnahme zu kompensieren. Statt zu spielen oder zu jagen, frisst sie, was immer sie vorfindet. Da Übergewicht die Lebensqualtät einschränkt und eine häufige Ursache für Krankheiten und die Verkürzung der Lebenszeit ist, sollte uns daran gelegen sein, dies zu verhindern. Beschäftigung mit und geeignetes Spielangebot für die Katze helfen gegen Langeweile.

Vielschläfer vs. Lethargie

Zwar schlafen Katzen von Natur aus sehr viel, doch ist Obacht geboten, wenn Euer Vierbeiner nur noch lethargisch auf Sofa oder Fensterbank herumliegt. Nicht nur Kitten wollen bespielt werden. Bis ins hohe Alter haben Katzen das Bedürfnis, zu spielen, zu jagen und die Umgebung zu erforschen. Es ist wichtig, dass wir uns, am besten mehrmals täglich mit ihnen beschäftigen. Das vertreibt nicht nur Langeweile, sondern stärkt auch die soziale Bindung zwischen Mensch und Tier.

Reinlichkeit vs. Putzzwang

Katzen sind sehr reinliche Tiere. Tun sie jedoch nichts anderes mehr, als an sich herumzuputzen, ist Vorsicht geboten. Das könnte zu einer psychischen Zwangshandlung werden. Auch hier gilt: beschäftigt Euch mit Eurer Katze und gestaltet ihr Lebensumfeld so spannend wie möglich.

Starker Fellverlust

Verliert die Katze auch ausserhalb der Fellwechsel-Zeiten viele Haare, kann das ebenfalls ein Anzeichen von Langeweile sein. Passivität kann, ebenso wie Hyperaktivität, zu großem psychischem Stress führen. Auch Katzen können so etwas wie Depressionen bekommen. Das tägliche Bürsten, verbunden mit Spiel- und Streicheleinheiten fördert die Lebensfreude der Katze und Eure Bindung zu ihnen.

Zerstörungs“freude“

Beginnt Eure Katze, vermehrt und dauerhaft und trotz Erziehungsversuchen, in Eurer Abwesenheit Mobiliar und andere Dinge zu zerstören, könnte Langeweile die Ursache sein. Fakt ist, sie tut es keinesfalls aus Böswilligkeit. Überprüft zuerst sehr genau Euer eigenes Verhalten und das Wohnumfeld der Katze. Verhält sie sich in Eurer Anwesenheit ebenso? Nehmt Ihr Euch zu viel oder zu wenig Zeit für die Katze? Gibt es genug Spielangebot, wenn Ihr außer Haus seid? Probiert Verschiedenes aus, um sie von ihrer Zerstörungs“freude“ wegzubringen, aber bestraft sie auf keinen Fall. Sie versucht nur, auf ihre Art mit Euch zu kommunzieren.

Krallen wetzen

Kratzt Eure Katze in Eurer Anwesenheit vermehrt und trotz Erziehungsversuchen an Möbeln und Teppichen? Eventuell fühlt sie sich vernachlässigt und riskiert lieber, von Euch ausgeschimpft, als weiter ignoriert zu werden.

Nachlassende Stubenreinheit

Ist Euer Stubentiger generell stubenrein und beginnt, seine Geschäfte außerhalb des Katzenklos zu verrichten? Hier müsst Ihr unbedingt durch Untersuchungen abklären, dass eine Erkrankung oder die Ablehnung des Katzenklos/Stellplatzes ausgeschlossen werden kann. Ist das der Fall, liegt der Verdacht nahe, dass Langeweile oder psychische Störungen der Grund sind. Eventuell sind es Versuche, Eure Aufmerksamkeit zu erregen. Die Katze nimmt lieber hin ausgeschimpft, statt ignoriert zu werden. Denkt daran, dass Katzen sehr feine Antennen haben für Stimmungen. Sie sind sehr empfindsam und sensibel. Suchen sie diesen Weg, um auf sich aufmerksam zu machen, ist es höchste Zeit, Eure Verbindung  und Euer Zusammenleben zu hinterfragen.