Diese Entscheidung hängt nicht zuletzt von den räumlichen Gegebenheiten ab, die wir der Katze bieten können. Doch ist dies ein Thema, das viele Menschen umtreibt. Die Meinungen gehen hier oft sehr weit auseinander. Wir möchten gern Eure Erfahrungen und Meinungen kennenlernen.

Die moralische Zwickmühle

Da will man gern eine Katze als Mitbewohner haben, kann ihr aber keinen Auslauf bieten. Vor allem Menschen, die in der Stadt leben, befinden sich oftmals in dieser Zwickmühle. In Zeiten der wachsenden sozialen Vereinsamung möchten jedoch viele Menschen ihr Leben mit einem Haustier bereichern. Laut Schätzungen leben  ca. 30 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten. Davon belegen Katzen mit 13,4 Millionen den ersten Platz.

Weitere Studien zeigen, dass Freigänger zwar oft gesünder sind, weniger Übergewicht und psychische Defizite haben als Stubentiger, jedoch oft nicht so alt werden. Die Unfallgefahr ist draußen höher (und ungesunde Lebensweisen sind nun mal ein leiser Tod auf Raten). Gibt es dann überhaupt DIE richtige Entscheidung?

Andere Lebensweisen verursachen unterschiedliche Bedürfnisse

Sind Freigänger meist komplett auf sich allein gestellt, sind Wohnungskatzen sehr auf ihre Halter angewiesen. Weniger in der Gestaltung ihres Tagesablaufes, mehr in der Bereitstellung der Gegebenheiten. So müssen Stubentiger mit Spiel und Spannung bespaßt werden, wohin gegen der Freigänger seinem Jagdtrieb ganz natürlich nachgehen kann.

Für Wohnungskatzen ist wichtig, dass sie Rückzugsmöglichkeiten, ungestörte Geschäftsverrichtungen bereitgestellt und ausreichend Ruhe bekommen. Dafür belohnen sie den Menschen mit jeder Menge Zuwendung und gehen engere Bindungen ein als ihre draußen lebenden Artgenossen. Natürlich gibt es auch hier eine Grauzone und Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

Hauskatze oder Freigänger – was denn nun?

Verantwortungsbewusste Menschen versuchen nicht nur ihr Bedürfnis nach Gesellschaft zu stillen, sondern sind auch an artgerechter Haltung interessiert. Doch was ist nun, wenn man einer Katze keinen Auslauf bieten kann und sie zur reinen Hauskatze „verurteilt“ ist? Ist das ein Grund, keine Katze nach Hause zu holen, sie mit Liebe und gutem Futter zu versorgen und ihr ein Leben lang angenehmer Mitbewohner zu sein?

Wir finden, dass diese Entscheidung jeder für sich selber treffen muss. Eine Katze, die in einer Wohnung ein interessantes Umfeld und einen liebenden Menschen vorfindet, ist mit Sicherheit besser dran als im Tierheim. Auf jeden Fall sind alle Tiere glücklicher, die nicht unter Liebesentzug leiden, egal ob in Wohnung, Freilauf oder Heimen. Geht Mensch eine gesunde und tiefe Beziehung zu seinem Tier ein, werden beide davon profitieren.

Wie seht Ihr das Thema? Sollten Menschen sich keine Katzen nach Hause holen, die keinen Freilauf zu bieten haben? Sollten Freigänger mehr überwacht werden, um das Unfallrisiko zu senken? Fragen über Fragen. Wir freuen uns auf Eure Antworten und Meinungen.