Man sagt, Katzen haben den 7. Sinn. Tatsächlich sind sie sehr empfänglich für unsere Stimmungen, spüren Veränderungen, noch bevor sie kaum eingetreten sind und nehmen Geräusche wahr, die für uns Menschen nicht hörbar sind. Worauf Ihr deshalb achten solltet.

Gutes Gehör  hat Vor- und Nachteile

Katzen hören im hochfrequenten Bereich. Sie nehmen Schwingungen bis ca. 60.000 Hertz wahr, während der Mensch nur Schwingungen bis ca. 20.000 Hertz vernehmen kann. Sie hören eine Maus auf ca. 20 Meter und unterscheiden ihre Jungen und deren Bedürfnisse an Geräuschen, die der Mensch überhaupt nicht hören kann. Selbst Hunden sind sie hier überlegen, denn sie erfassen Töne 10 mal schneller. Da Katzen intensiv im hochfrequenten Bereich wahrnehmen, reagieren sie besser auf Frauen- und Kinderstimmen als auf brummbärige Männerstimmen.

Führt man sich diese Fakten vor Augen, wird einem sicher schnell klar, dass ein solch gutes Gehör nicht nur Vorteile hat. Denken wir da nur an Sirenen, Feuerwerke, laute Partys oder hefitge Streitsituationen. Es ist für uns wohl kaum nachvollziehbar, welch Belastung derlei Stressmomente für Katzen bedeuten mögen. Da sich bei aller Liebe bestimmte Ereignisse nicht vermeiden lassen, ist es ratsam, sich ein paar Tipps zu Gemüte zu führen.

Was können wir für unsere Katzen tun?

Ein paar Stresssituationen können wir sicher durch ein wenig Umsicht umgehen. Da manche Katzen aber schon panisch reagieren, wenn wir nur den Staubsauger hervorholen, ist es sinnvoll, ihnen mit ein paar Hilfestellungen das Leben zu erleichtern. Jungkatzenbesitzer sind hier leicht im Vorteil, aber auch alle anderen haben gute Chancen, ihre Fellnasen an so manches zu gewöhnen.

Bis zum Alter von 12 Wochen sind Katzen überaus lernfähig (wie gesagt: diese Lernfähigkeit bleibt bis ins hohe Alter erhalten, es dauert nur etwas länger). In dieser Zeit bietet es sich an, sie Schritt für Schritt mit allem zu konfrontieren, was im weiteren Leben auf sie zukommt. Wichtig ist es, achtsam und in kleinen Dosen vorzugehen.

Schaltet ab und zu den Staubsauger ein, ohne gleich die ganze Wohnung durchzusaugen. Dreht mal kurz das Radio hoch, ladet ein paar Kinder ein, lasst mal eine Tür knallen. Tut all das leicht und spielerisch. Bleibt dabei ruhig und gelassen, denn allein Eure Stimmung beeinflusst das Empfinden der Katze enorm. Umso entspannter Ihr Euch dabei verhaltet, umso schneller wird die Katze Lärm jeglicher Art als normal empfinden.

Doch auch wenn sich Eure Vierbeiner an sehr viel gewöhnen können, bleibt Krach und Unruhe eine Belastung für die Tiere. Sorgt dafür, dass sie z.B. an Silvester oder einem Party-Abend die Möglichkeit haben, Verstecke aufzusuchen. Lasst Schrank- oder Zimmertüren offen, damit sie sich dahin zurückziehen können, wo es ihnen am angenehmsten ist. Katzentoilette, Futter und Wasser sollten vom Versteck aus zugänglich und nah sein.

Versteckt sich Eure Katze, begeht bitte nicht den Fehler, sie zum Hervorkommen zu zwingen. Weder sind sie mit Besen unter Betten hervorzulocken, noch mit Leckerlis in die vermeintliche Normalität zurück zu holen. Gebt ihnen Zeit, sich zu aklimatisieren. Ist die Bindung zwischen Euch und Euren Tieren stark, suchen sie Euch früher oder später von selbst auf, um Schutz zu suchen oder zu schauen, ob alles wieder in Ordnung ist.

Für extreme Situationen oder besonders empfindsame Tiere lohnt sich eventuell der Gang zum Tierarzt oder Heilpraktiker. Zum Wohle des Tieres raten wir von häufiger und starker Medikamentation ab. Viele Katzen reagieren gut auf Bachblüten oder Globuli, die zur Beruhigung beitragen. Auch klassische Musik hat eine ausgleichende Wirkung auf Katzen. Am allermeisten hilft ihnen aber, wenn Ihr selbst so ruhig wie möglich seid. Auch wenn Katzen Individualisten sind, sind sie doch mehr Rudeltier, als man meint. Wir sind die Chefs im Haus und besonders in Stresssituationen orientieren sich die Tiere stark an uns.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Habt Ihr noch ein paar Tipps in petto, die hier nicht aufgeführt sind? Lasst uns teilhaben. Wir freuen uns darauf.